By the way...

Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche....
Martin Kalbe starb am 06.05.2018 in Plön
Eintrag von Wilfried Haas in das Kondolenzbuch
Die Nachricht von Martin
Kalbes Tod hat bei seinen Freunden und Kollegen aus seiner Erlanger Zeit große Betroffenheit ausgelöst.
Martin war von 1992 bis 2000 ein bei Studenten und Mitarbeitern ganz besonders
beliebtes Mitglied der Arbeitsgruppe Parasitologie am damaligen Institut für Zoologie (heute Institut für Biologie) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Schon als Diplomand, und erst recht dann als
Doktorand und Wissenschaftlicher Mitarbeiter hat er mit seinem Ideenreichtum
und seiner unermüdlichen Hilfsbereitschaft die Arbeiten vieler
Kandidaten unterstützt und mitgeprägt und letztlich die Zusammenarbeit des ganzen Teams
beflügelt.
Sein selbstloser Einsatz für Andere und für die Forschungsziele der ganzen Arbeitsgruppe ging so
weit, dass ich als sein damaliger Mentor schon ein wenig befürchtete, dass er dabei Teile seiner eigenen
Forscherkarriere verschenken könnte. Doch das Gegenteil war der Fall, er wurde zum
Vorbild und bekam auch Unterstützung zurück. In seiner eigenen Forschungsarbeit war er dank
seines Ideenreichtums, seines unermüdlichen Einsatzes und seiner Beharrlichkeit (auch bei
fast aussichtsloser Datenlage) sehr erfolgreich. Seine absolut verlässlichen Ergebnisse widerlegten die anderer bekannter
Arbeitsgruppen und so musste der so bescheidene Martin eine völlig neue Sicht darüber vertreten, wie Miracidien (Larven medizinisch sehr
bedeutsamer Krankheitserreger) ihre Schnecken-Zwischenwirte finden und
erkennen. Und auch dabei zeigte sich Martins liebenswürdige Persönlichkeit: Er suchte den Kontakt mit den
“Unterlegenen” und half bei der Bewältigung.
Das Leben Martin Kalbes hat
ein viel zu frühes Ende genommen. Obwohl Martin mit seiner Familie
schon vor 18 Jahren von Erlangen
weggezogen ist ging die Nachricht von seinem Tod hier wie ein Lauffeuer herum
und löste neben Bestürzung und tiefer Trauer auch tröstliche Diskussionen aus. Trost finden die Weggefährten Martins darin, dass dies ein ganz besonderes und
außergewöhnlich erfülltes Leben war und dass sein Wirken weiter besteht.
So sind seine wissenschaftlichen Arbeiten nicht nur hochkarätig publiziert, sondern bestimmen in einem
parasitologisch und medizinisch bedeutsamen Gebiet auch heute, nach über 18 Jahren, noch den aktuellen Stand der Forschung
und werden weiterhin wegweisend bleiben. Viel wichtiger aber ist, wie Martin in
den Herzen seiner Weggefährten weiterlebt, als selbstloser, helfender,
gestaltender Freund, ein Vorbild, dessen Einfluss sich auch in mancher
Lebensgeschichte seiner Schüler, Mitarbeiter und Freunde niedergeschlagen hat.
Wilfried Haas (Prof. Dr.)
ehemalige Abteilung
Parasitologie
des Instituts für Biologie
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg